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Petition gegen die Einlagerung von Fremdcastoren

Die Gemeinde Niederaichbach hat eine Petition gegen die Einlagerung fremder Castoren mit radioaktiven Abfällen am Kernkraftwerk Isar initiiert!

Insgesamt 26 Castor-Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitungs-Anlage Sellafield (Großbritannien) und La Hague (Frankreich) sollen nach den Planungen des Bundesumweltministeriums und der Energieversorgungsunternehmen in vier atomare Zwischenlager verteilt in ganz Deutschland eingelagert werden. Die erforderlichen Genehmigungen für die Aufbewahrung wurden bereits beantragt und sollen im Schnellverfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erteilt werden (https://www.bfe.bund.de/DE/ne/abfaelle/rueckfuehrung/rueckfuehrung.html).

Keines der vier ausgewählten Zwischenläger in Deutschland verfügt über die sicherheitstechnischen Voraussetzungen, den über zig Jahrtausende absolut tödlichen, hoch radioaktiven Atommüll dauerhaft sicher zu lagern. Und die Gefahr, dass aus einem Zwischenlager ein Endlager wird, ist enorm!

Sollte wegen Eintritts einer Undichtigkeit am Behälter nur eine „notdürftige“ Reparatur (mittels Aufbringen eines sog. „Fügedeckels“) möglich sein, kann ein Abtransport in ein Endlager wegen der hohen Gefahr eines weiteren Austritts radioaktiver Gefahrenstoffe nicht mehr erfolgen. Die Castoren blieben an Ort und Stelle.

Die gewählten Standorte zur Zwischenlagerung sind allesamt technisch nicht in der Lage, sämtliche Ursachen einer Undichtigkeit so zu beheben, dass ein Weitertransport in ein Endlager garantiert wäre.

Einzig das Zwischenlager in Gorleben, welches ursprünglich für die Aufnahme der Castoren vorgesehen war, verfügt in Deutschland über die technische Ausstattung, in Form einer sog. „heißen Zelle“, um alle möglichen Schadstellen am Castor-Behälter derart zu beseitigen, dass ein Weitertransport möglich ist.

„Heiße Zellen“ sind speziell abgesicherte Gebäude, hermetisch abschließbare Betonbauten, in denen defekte Castor-Behälter geöffnet und das hoch radioaktive Material in ihnen vollautomatisch, d.h. ohne direkte Anwesenheit von Personen, behandelt werden können.

Durch die geplante Einlagerung der Behälter, verteilt auf Anlagen in ganz Deutschland, wird flächendeckend die Gefahr der Errichtung eines faktischen Endlagers an Standorten geschaffen, die als Endlager nicht geeignet sind. Die Folgen dieser Vorgehensweise für die Bevölkerung sind bis dato nicht absehbar, können aber fatal sein.

Die Zwischenlagerung kann daher einzig in Gorleben erfolgen. Allein hier sind die technischen Voraussetzungen zur Reparatur etwaiger Undichtigkeiten gegeben und daher ein Weitertransport in ein Endlager garantiert.

 

Die Gemeinde Niederaichbach hat einen Rechtsanwalt beauftragt, die Änderungsgenehmigung für die Einlagerung von Fremdcastoren zu verhindern. Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um weiteren für die Gemeinde Niederaichbach negativen Entwicklungen direkt entgegenzuwirken, sowie dem Rechtsanwalt zuzuarbeiten und die sog. ASKETA (=Zusammenschluss aller Standortgemeinden mit kerntechnischen Anlagen, Vorsitz 1. Bürgermeister Josef Klaus) so gut es geht zu unterstützen.

 

Aktuell wird eine breit angelegte Unterschriftenaktion mit dem Ziel durchgeführt, sich hierdurch Gehör in Berlin bei den verantwortlichen Stellen verschaffen zu können.
Die Unterschriftslisten samt einer Erläuterung zum Unterzeichnen und ggfs. Auslegen in Ihrer  Behörde, Firma, Ihrem Verein, o.ä. finden sie hier als pdf-Format:

Unterschriftsliste

Hinweisblatt

Wir bitten außerdem um weitere Verbreitung dieser Aktion, um möglichst viele Stimmen sammeln zu können.

Eine Unterschriftenaktion findet ferner online auf www.openpetition.de/petition/online/atommuell-schaffung-von-endlagern-vermeiden-bevoelkerung-schuetzen statt, mit dem Ziel die Initiative bundesweit zu verbreiten. Je mehr Unterschriften, desto größer wird das politische Gewicht.

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